By Leonhard Lenz - Own work, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=180911717

Der Chaos Communication Congress (C3) fand auch dieses Jahr wieder in Hamburg statt. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um an dieser Veranstaltung teilzunehmen und möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. In diesem Blogbeitrag möchte ich unsere Eindrücke und Erlebnisse teilen

Der C3 wird jedes Jahr vom Chaos Computer Club (CCC) organisiert und ist eine der größten Konferenzen für Technik, Datenschutz und digitale Rechte weltweit. Dieses Jahr stand der Congress unter dem Motto „Power Cycles“ und bot eine Vielzahl von Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden zu aktuellen Themen der digitalen Welt.

Persönlich hatte ich großes Interesse am 39C3, da es sich nicht nur um meinen ersten Congressbesuch handelt, sondern weil die angekündigten Vorträge und Workshops dieses Jahr wieder äußerst spannend klangen. Besonders die Themen rund um IT-Sicherheit, Datenschutz und Open Source Software haben mich angesprochen.

Auf dem Kongress angekommen hat man sich sehr schnell eingefunden. Dies war auch gar nicht schwer, da die Atmosphäre sehr offen und einladend war. Die anderen Besucher waren alle äußerst freundlich und hilfsbereit, was den Einstieg erleichterte. Besonders aufgefallen ist mir die Vielfalt der Menschen, die den Kongress besuchen. Von Technikbegeisterten über Aktivisten bis hin zu Fachleuten aus verschiedenen Bereichen – der C3 zieht ein breites Publikum an.

Die Auswahl der Vorträge war wirklich enorm. Daher musste ich mich oft zwischen verschiedenen Vorträgen entscheiden, die gleichzeitig stattfanden. Einige der Highlights für mich waren:

Protecting the network data of one billion people: Breaking network crypto in popular Chinese mobile apps

    • Dieser Vortrag gefiel mir sehr gut, da ich mich zum einen für interkulturelle Themen interessiere und zum anderen für IT-Sicherheit. Es war faszinierend zu erfahren, wie Sicherheitslücken in weit verbreiteten Apps entdeckt und ausgenutzt werden können. 47,6 % der Apps im Mi Store verwendeten proprietäre Netzwerkkryptografie ohne zusätzliche Verschlüsselung. Die selbstentwickelten Lösungen waren nicht ausreichend sicher und teilweise verblüffend trivial zu brechen, was ein enormes Risiko für die Privatsphäre der Nutzer darstellt.

A post-American, enshittification-resistant internet

    • Dieser Vortrag bot eine spannende Perspektive auf die Zukunft des Internets jenseits der amerikanischen Dominanz. Es wurde diskutiert, wie verschiedene Länder und Gemeinschaften alternative Ansätze zur Gestaltung des Internets verfolgen, um eine dezentralisierte und widerstandsfähige Infrastruktur zu schaffen. Besonders interessant fand ich die Diskussion über die Herausforderungen und Chancen, die sich aus der Fragmentierung des Internets ergeben.

Jedoch gab es auch abseits der Vorträge viel zu entdecken. Die Räume waren gefüllt mit Assemblies von verschiedenen Organisationen, die ihre Projekte und Initiativen präsentierten. Hier kamen wir auch spontan mit Menschen zusammen, die unter anderem auch die Leidenschaft für Linux teilen, nahmen an Web-Hacking Workshops teil und sicherten uns den ein oder anderen Sticker oder Schlüsselanhänger.

By Leonhard Lenz - Own work, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=180911906

Nach dem Congress bin ich sehr motiviert mich mehr mit der Programmiersprache Rust auseinander zu setzen und die Idee, ein eigenes digitales Namensschild zu basteln erscheint nun auch sehr ansprechend. Für mich persönlich war der 39C3 eine sehr inspirierende Erfahrung. Ich konnte nicht nur mein Wissen erweitern, sondern auch viele interessante Menschen kennenlernen und mich mit Gleichgesinnten austauschen. Nach vier Tagen habe ich Hamburg mit der Motivation, die digitale Welt positiv zu gestalten, verlassen.